Schullektüren zum Umweltschutz

Umwelt im UnterrichtNicht erst seit Greta Thunberg und die Fridays-for-Future-Bewegung sich eine Stimme verschafft haben, ist das Thema Umwelt- bzw. Klimaschutz ein wichtiges und dringliches Anliegen der Jugend. Durch die genannte Bewegung sowie die gesellschaftlichen und politischen Reaktionen darauf ist die Klimaschutzdebatte allerdings nach Ansicht vieler Kommentatoren endlich „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“. Auch wenn die Debatte aufgrund der Corona-Krise zeitweilig in den Hintergrund geraten ist: Einen verantwortungsbewussten und nachhaltigen Umgang mit dem Klimawandel zu finden, ist nach wie vor eine der drängendsten Aufgaben der Gegenwart. 

Die größten Umweltgefahren
Neben der Klimaerwärmung bedrohen weitere Umweltzerstörungen die Zukunft unseres Planeten. Dazu gehören Abholzung, Umweltverschmutzung (zum Beispiel durch Luftverschmutzung und Abfälle), Verlust an Biodiversität, Überbevölkerung und die Überfischung der Meere. Diese Gefahren für die Umwelt gehen oft Hand in Hand und verstärken sich gegenseitig: So führt beispielsweise die Abholzung dazu, dass der Sauerstoff in unserer Atmosphäre abnimmt und Tiere und Pflanzen aus ihrem Lebensraum verdrängt werden.

Umweltschutz als Bildungsziel
Umwelt- und Klimaschutz ist nicht nur Freizeitengagement von Kindern und Jugendlichen und Auftrag für die Politik, sondern stellt darüber hinaus ein wichtiges Bildungsziel dar. Der verantwortungsvolle Umgang mit Natur und Umwelt ist in den Lehrplänen aller Bundesländer für sämtliche Schulformen verankert, zum Beispiel als fächerübergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) im bayerischen LehrplanPLUS.

Die „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ unterstützt demnach Schüler bei der Ausbildung von Kompetenzen, die sie befähigen, nachhaltige Entwicklungen als solche zu erkennen und aktiv mitzugestalten. Kinder und Jugendliche sollen Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt entwickeln und ihre Kenntnisse über die komplexe und wechselseitige Abhängigkeit zwischen Mensch und Umwelt erweitern. Außerdem wird ein sorgsamer Umgang mit ökologischen, ökonomischen und sozialen Ressourcen angestrebt, um Lebensgrundlage und Gestaltungsmöglichkeiten der jetzigen und der nachfolgenden Generationen überall auf der Welt zu sichern.

Natur und Umwelt im Unterricht
Zwar können die Kultusministerien Vorgaben machen und Konzepte entwickeln, letztendlich liegt es jedoch an Ihnen, Umwelt- und Klimaschutz sinnvoll in Ihren Unterricht einzubinden und den Kindern und Jugendlichen die damit zusammenhängenden Inhalte und Kompetenzen zu vermitteln. Wie können Sie Ihre Schüler zu einem nachhaltigen Umgang mit der Natur anleiten? Welche Materialien bieten sich an, um das Thema Umwelt im Unterricht aufzugreifen? 

Ein vielversprechender Weg führt über die Auseinandersetzung mit einer gemeinsamen Klassenlektüre. Geschichten wecken die Neugier und das Interesse von Kindern und Jugendlichen, schaffen Identifikationsmöglichkeiten und helfen dabei, die oftmals abstrakt erscheinenden Umweltprobleme an einem konkreten Beispiel zu veranschaulichen. Im Folgenden sollen zwei Schullektüren mit dem Schwerpunkt Umweltschutz aus dem Programm des Hase und Igel Verlags vorgestellt werden. 

Lektüre für die 3. und 4. Klasse: Drei Freunde retten einen Wald

Umwelt im Unterricht     Umwelt im Unterricht     Umwelt im Unterricht


Das Buch Drei Freunde decken auf richtet sich vor allem an Dritt- und Viertklässler. Es ist in drei Lesestufen erhältlich und eignet sich daher besonders für den Einsatz in heterogenen Lerngruppen. Die Geschichte erzählt von jungen Redakteuren, die sich für den Erhalt des Waldes in ihrem Heimatort engagieren, und sensibilisiert gleichzeitig für eine kritische Auseinandersetzung mit Medien.

Zum Inhalt: Simon ist frustriert. Zusammen mit seinem Freund Teris macht er die Schülerzeitung, aber ihnen fehlt eine echte Sensation. Das ändert sich, als sie in ihrem Baumhaus ein Gespräch zwischen zwei Männern belauschen: Für ein neues Einkaufszentrum soll ihr geliebtes Wäldchen abgeholzt werden. Endlich haben die beiden eine Schlagzeile für die Zeitung! Am nächsten Tag fällt ihr Artikel der neuen Mitschülerin Jule in die Hände. Ihr Vater ist Journalist und auch er will den Wald unbedingt bewahren – erst recht, als die Kinder herausfinden, dass eine Unterschrift auf der Baugenehmigung offenbar gefälscht ist. Am Ende liefert Jule den entscheidenden Hinweis: Im Wald brüten Steinkäuze, die unter Naturschutz stehen. Die Genehmigung hätte also ohnehin nie erteilt werden dürfen. Die drei Freunde sind überzeugt: Damit ist der Wald gerettet.

Das Buch lädt Ihre Schüler zum Mitfiebern ein. Immer wieder scheint es, als würden Simon, Teris und Jule erfolgreich ermitteln, doch dann fehlt es erneut an handfesten Beweisen. Die unterschiedlichen Charaktere der drei Hauptfiguren sind eindrücklich dargestellt und laden zur Identifikation ein. Die Kinder erhalten einen guten Einblick in die Arbeit einer Redaktion. Im besten Fall werden sie dazu motiviert, selbst eine Schülerzeitung zu gründen oder daran mitzuwirken. Vor allem aber gibt die Lektüre Anlass, die Sachthemen Wald, Naturschutz und bedrohte Tierarten im Unterricht zu behandeln. 

Unterstützung dabei bietet Ihnen das Begleitmaterial, das die wesentlichen Aspekte der Geschichte aufgreift: Dazu gehören neben Freundschaft und erstem Verliebtsein auch die Bedeutung des Waldes, die Gefährdung des Steinkauzes und journalistische Begrifflichkeiten. Überall dort, wo eng am Buchtext gearbeitet wird, ermöglicht das Material Differenzierung. Ein Blatt nutzen Schüler, die Level 1 oder 2 gelesen haben, ein anderes diejenigen, die Level 3 gelesen haben. 

Lektüre für die 6. bis 8. Klasse: YouTube-Videos für den Umweltschutz 
Umwelt im UnterrichtDer Roman Ein Channel für die Zukunft rückt ebenfalls die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt. Er richtet sich an Schüler der 6. bis 8. Klasse und ist in der light-Reihe erschienen. Durch die relativ große Schrift, die behutsamen Zeilenumbrüche, die einfache, lebensnahe Sprache und den überschaubaren Umfang erleichtern diese Titel weniger starken Lesern die Lektüre. Die Geschichte zeigt nicht nur, wie sich Jugendliche für die Umwelt einsetzen können, sondern auch, wie sie neue Medien und Video-Plattformen für ihr Engagement nutzen. 

Zum Inhalt: Fünf Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren, die sich über die Schülerzeitungs-AG kennen, beschließen, an einem Wettbewerb der Stadt Rautestein teilzunehmen. Gesucht sind junge Leute, die für den städtischen Videokanal regelmäßig Beiträge anfertigen. Nach einer Vorauswahl sollen die besten Teams gegeneinander antreten und drei Videos auf YouTube online stellen. Die Gruppe mit den meisten Followern siegt. Die fünf von der Zeitungs-AG entscheiden sich für das Thema Umweltschutz und den aussagekräftigen Teamnamen FürMorgen. Das Erstellen überzeugender Videos ist jedoch schwieriger als erwartet. Auch von der Konkurrenz und dem Einsatz unlauterer Mittel im Netz, um beim Wettbewerb zu gewinnen, wird erzählt. Hinzu kommt, dass das FürMorgen-Team bei seinen Recherchen auf einen Umweltskandal stößt, den die fünf unbedingt aufklären wollen. 

Das Buch ermutigt nicht nur, sich mit wichtigen Fragen rund um Umwelt- und Klimaschutz auseinanderzusetzen. Es macht außerdem deutlich, was Jugendliche bewirken können, wenn sie sich für eine Sache begeistern und zusammenarbeiten. 

Das Begleitmaterial ermöglicht Ihnen, die Themenschwerpunkte Umwelt- und Klimaschutz sowie Medienkompetenz aufzugreifen und zu vertiefen. So geht es zum Beispiel um die Frage, was wir ganz konkret in unserem Umfeld zum Klimaschutz beitragen können, oder darum, wie sich Fake News im Internet von vertrauenswürdigen Quellen unterscheiden lassen. 

Umweltschutz durch Lektüren lebendig machen
Durch den Einsatz der Klassenlektüren Drei Freunde decken auf und Ein Channel für die Zukunft sowie der dazugehörigen Begleitmaterialien können Sie das Thema Umwelt im Unterricht behandeln und damit ein wichtiges Bildungsziel verfolgen. Doch nicht nur das: Die Geschichten rund um Kinder und Jugendliche, die sich gemeinsam für die Bewahrung der Natur einsetzen, erwecken die abstrakte und komplexe Klimaschutzdebatte zum Leben, animieren die Schüler zu eigenem Engagement für die Umwelt und stärken das Gemeinschaftsgefühl Ihrer Klasse.