Leseförderung mit Dialoggeschichten

Leseförderung GrundschuleWelche Möglichkeiten habe ich neben der Klassenlektüre, die Lust meiner Schüler am Lesen zu wecken und zu fördern? Wie kann ich das Üben der Lesefertigkeit ohne übermäßigen Aufwand in den Deutschunterricht integrieren? Welche Methoden helfen mir dabei, den Kindern die Angst vorm Lesen zu nehmen und ihre Freude daran zu steigern? 

All diese Fragen tauchen auf, wenn Sie dem Thema Leseförderung Grundschule in Ihrem Unterricht gerecht werden möchten. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen Dialoggeschichten als geeignetes Mittel zur intensiven und individuellen Leseförderung vor und vermitteln Ihnen praktische Hinweise zum Einsatz dieser Unterrichtsmaterialien.  

Was sind Dialoggeschichten?
Dialoggeschichten bieten kurze Geschichten in Dialogen, die sich zum gemeinsamen lauten Lesen eignen. Die Schüler befassen sich in kleinen Gruppen mit einem Text, was viele Vorteile mit sich bringt: Jeder kommt häufig an die Reihe. Während das Lesen vor der ganzen Klasse manche Kinder unter Druck setzt, ist die Atmosphäre in einer kleinen Runde meist entspannt. Nicht zuletzt erhalten die Vorleser direkt Feedback.

Wie funktioniert das Lesen von Dialoggeschichten?
Der Hase und Igel Verlag bietet Mappen mit jeweils zwölf Dialoggeschichten an, die je nach Anzahl der Rollen in zwei-, drei- oder vierfacher Ausführung vorhanden sind. Die Schüler finden sich in einer kleinen Gruppe zusammen und suchen sich eine Geschichte aus oder erhalten sie von Ihnen. Weisen Sie dabei jedem Kind eine Textkarte zu, auf der seine Rolle in roter Schrift hervorgehoben ist. 

Die Schüler bereiten den Dialog an einem ruhigen Ort vor. Zunächst liest jedes Kind den Text leise für sich. So kann es sich im eigenen Lesetempo mit der Geschichte vertraut machen, schwierige Wörter erschließen und überlegen, welche Wörter und Sätze es in seinem Vortrag besonders betonen möchte. Als Hilfestellung gibt es auf einigen Textkarten Angaben in Klammern dazu. Dann lesen die Schüler den Dialog mit verteilten Rollen laut vor. Im Anschluss können die Kinder die Karten und damit die Rollen tauschen. Bei jedem Durchgang werden sie merken, dass das Lesen besser und flüssiger gelingt. 

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es für Dialoggeschichten?
Die Dialoggeschichten des Hase und Igel Verlags können Sie ohne Vorbereitung und auf vielseitige Weise als Leseübung in Ihren Unterricht integrieren, zum Beispiel als Aktivität in der Freiarbeit oder im Wochenplan. Durch die Anzahl von dreißig Textkarten pro Mappe ist es sogar möglich, dass alle Schüler gleichzeitig das Vorlesen üben.

Zusätzlich lassen sich die Dialoggeschichten als Differenzierungsangebot nutzen: Kinder, die eine Aufgabe schneller erledigen als andere, können sich mithilfe der Dialoge sinnvoll beschäftigen. Da die Umfänge der Dialoggeschichten variieren, bietet sich auch der Einsatz in heterogenen Lerngruppen an. Während sich leseschwächere Kinder den kürzeren Texten widmen, üben lesestärkere Kinder die längeren Dialoge ein. Eine weitere Hilfe für schwächere Leser stellen die Dialoggeschichten mit farblicher Silbentrennung dar. Alle Mappen des Hase und Igel Verlags sind nämlich auch mit Silbenmethode erhältlich.

Damit sind die Einsatzmöglichkeiten der Dialoggeschichten jedoch noch nicht erschöpft: Nach mehrmaligem Lesen eines Textes können die Kinder ihren Dialog den Mitschülern vortragen. Außerdem eignen sich die Geschichten gut, um daraus ein Rollenspiel, ein Schattentheater oder ein Stabpuppenspiel zu entwickeln. Vielleicht gelingt es einigen Kindern ja sogar, die Textkarten bei der Aufführung wegzulassen und frei zu sprechen? 

Wodurch tragen Dialoggeschichten zur Leseförderung in der Grundschule bei?
Mit den Dialoggeschichten können Sie die Lesefähigkeit Ihrer Schüler intensiv und individuell fördern. Zunächst einmal bieten sie eine optimale Möglichkeit, das flüssige und betonte Lesen zu üben. Der überschaubare Umfang der Geschichten (maximal zwei Seiten) und der Vortrag in einer kleinen Gruppe bauen Lesehemmungen ab, während die gründliche Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und dem dazugehörigen Text das sinnerfassende und sinngestaltende Lesen unterstützt. Und nicht zuletzt sorgen die lebendigen Dialoge und das gemeinsame Lektüreerlebnis bei allen Kindern für mehr Freude am Lesen.